[Rezension] Zwanzig Zeilen Liebe - Rowan Coleman





Titel: Zwanzig Zeilen Liebe

Originaltitel: We are all made of Stars

Reihe: /

Autor: Rowan Coleman

Verlag: Piper

Genre: Roman, Drama, Gegenwartsliteratur

Seitenanzahl: 416

Erscheinungsdatum: August 2015

Preis: 14,99Kaufen?






Dieses Buch ist der Inbegriff von Hoffnung!

 

Zum Inhalt:

Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. 

Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. 

Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten …

 

Meine Erwartungen: 

Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Sowohl der Inhalt als auch die Aufmachung haben mir sehr zugesagt, und ich konnte es kaum erwarten, mit dem Lesen zu beginnen!

 

Das Cover:

Das Cover gefällt mir sehr gut, da es schlicht gehalten ist, durch die türkisen Wolken jedoch Farbe mit eingebracht wird. Das ganze wirkt reduziert und liebevoll auf mich.
Die Schriftart und die gezeichneten Gegenstände, wie beispielsweise der Brief, sind sehr schön aufeinander abgestimmt und verleihen dem Cover die Optik eines Briefes - sehr passend also!

Das Cover hat außerdem einen gewissen Wiedererkennungswert zum Vorgängerroman. Diesen habe ich zwar noch nicht gelesen, ich finde es jedoch sehr schön wenn die Bücher eines Autoren eine gewisse Ähnlichkeit zueinander haben, auch wenn sie keine Reihe darstellen.

 

Die Charaktere:

Stella ist eine unheimlich starke Frau, die trotz großer Probleme die sie zu Hause hat, niemals den Willen verliert, anderen zur Seite zu stehen und die einfach alles dafür gibt, dass es ihren Patienten gut geht. Ihre Arbeit ist ihr sehr wichtig, und das allein aus dem Grund, dass sie Menschen helfen möchte, und ihnen ihre Situation erleichtern möchte.

Sie hat gelernt, dass der Tod nicht immer besiegt werden muss, nicht um jeden Preis. Sondern dass es viel eher darum geht, denen, die keine Chance mehr haben, ein schönes Ende zu bereiten. Sie ist, insbesondere durch das Schreiben der Briefe für ihre Patienten, so etwas wie der Lichtblick vieler Menschen, die dem Ende entgegen gehen. Sie hilft sowohl den Sterbenden als auch den Lebenden.

Die Lebenskrise von Stella nimmt den Leser wirklich mit und doch weiß man das sie es übersetehen wird. Das sie tatsächlich alles überstehen kann. Aus dem simplen Grund, da sie die Stärke in Person zu sein scheint.

Sie ist einem während des kompletten Buches sehr sympatisch!   

 

Hopes Art wie sie an die Dinge ran geht gefällt mir sehr gut. Sie denkt auf eine ähnliche Weise wie ich es tue, weswegen sie mir ganz besonders sympathisch ist.

Der Leser ist betrübt bei dem Gedanken daran, dass diese wundervolle junge Frau ihr Leben lang Angst vor dem Tod haben muss. Sie schlägt sich tapfer und doch musste sie schon, öfter als man es jemanden mit zweiundzwanzig Jahren wünschen würde, um ihr Leben kämpfen.

Hope und Ben gehen wirklich toll miteinander um. Mich fasziniert es, dass Ben ihr so zur Seite steht und sie Abend für Abend besuchen kommt.

 


Hugh kommt erst etwas später zum Vorschein, wirkt jedoch sehr interessant und mysteriös.

Er ist ein alleinstehender Mann der für seine Arbeit lebt. Er ist wenig zu Hause und sobald er es dann mal ist, ernährt er sich von tiefgefrorenen Gerichten und verbringt somit wenig Zeit zu Hause, die er dann, entweder  für die Arbeit oder zum Schlafen nutzt. Erst durch die neue Nachbarin wird ihm bewusst, dass sein bisheriger Lebensstil ihn doch nicht so glücklich macht, wie er es von sich selbst gedacht hat.


 

Zitate an denen ich Gefallen gefunden habe:

„Das Frustrierende an meinem Zustand ist, dass ich jede Menge Zeit zum Nachdenken habe, gleichzeitig aber meine Lebenszeit schwindet. Die Zeit vergeht unglaublich langsam und irre schnell zugleich – sie rast und schleicht, langweilt und bringt mich in Aufruhr.“ (S. 15/ Hope)

„Ich habe mich verändert, weil er sich verändert hatte, denn als er mich nicht mehr wollte, wollte ich nicht mehr ich sein.“ (S. 79/ Stella)

 „Und so machen wir uns auf den Weg: Zwei Fremde in einer Stadt voller Fremder auf der Suche nach Orientierung.“ (S. 318/ Stella)

"Was ist die Liebe, wenn man nicht um sie kämpfen muss? Was ist das Leben, wenn man nicht jede Sekunde darum kämpft, es zu leben?"  (S. 378/ Hugh)

„Ich weiß, dass er will, dass ich etwas tue oder sage – etwas, das uns endgültig von richtig guten Freunden zu einem Liebespaar macht. Und ich habe eine Scheißangst. Ich habe Angst davor, jemandem, der so wichtig für mich ist, so unentbehrlich, auf einmal einen so extremen Stellenwert zu geben. “(S.379/ Hope)

 

Meine Meinung:


Ich bin sehr begeistert von dem Buch.  Ich habe jegliche Gefühlsregungen durchleben können die in diesen Situationen angemessen sind.
Ich habe an den richtigen Stellen schmunzeln müssen, und an besonders schönen zu lachen begonnen. Die Schreibweise der Autorin spricht mich sehr an und mir gefällt auch der Wechsel der Perspektiven und die verschiedenen Geschichten die erzählt werden.
Jeder einzelne Brief ist toll geschrieben und dort stecken so unglaublich viele Emotionen drin, Emotionen die der Leser sehr gut nachempfinden kann.

Diese Briefe berühren einen einfach. Sowie das gesamt Buch, das einem einfach unter die Haut geht!

Die Verknüpfung der einzelnen Leben, der Geschichten die erzählt werden, empfinde ich als besonders schön. Auf irgendeine Art und Weise ist jeder mit jedem Verbunden. Ob bewusst oder unbewusst.

Der Mittelteil der Geschichte ist nicht ganz so spannend, und doch sehr informativ. Das Buch zieht einen trotzdem dauerhaft in den Bann. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß dieses Buch zu lesen!


Den Kater den die Autorin in die Geschichte eingefügt hat, finde ich bezaubernd. Es ist beeindruckend wie dieser scheinbar immer bei den Personen auftaucht, die dessen Liebe gerade am nötigsten haben.

Schade ist es dass im Buch einige Anspielungen auf die Sterne und somit auf den eigentlichen Buchtitel vorhanden sind, die mit dem Titel „Zwanzig Zeilen Liebe“ jedoch an Bedeutung verlieren.

 

Wie würde dein letzter Brief aussehen und an wen würde er gehen? Gedanken darüber habe ich mir bisher noch nicht gemacht und die Vorstellung ist nach diesem Buch nicht mal mehr beunruhigend, sondern viel eher erfreulich. Wenn du die Chance erhältst dich von deinen geliebten zu Verabschieden und ihnen etwas für ihre Zukunft mitzugeben, dass sie sich sobald es ihnen schlecht geht durchlesen können. Dieser Brief könnte so etwas wie ein Rettungsanker für die Mitmenschen sein, denen etwas an einem liegt. Und die Vorstellung ist tatsächlich sehr tröstend für einen Selbst.

Wenn man sich selbst bewusst macht, dass es eben diese Menschen für einen gibt, die nicht ohne einen Leben wollen. Denen dein Tod nahe gehen würde. Die dich vermissen werden, solange sie selbst am Leben sind. Was wünscht sich ein Mensch mehr? Umgeben zu sein von Menschen die einen Lieben, selbst wenn es nicht viele sind.

 


Liebend gerne gebe ich diesem tollen Buch 4,5/5 Federn.

 

Vielen Dank an Lovelybooks, und den Piperverlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

 

Lust auf mehr? Hier einlesen!

 


Kommentare :

  1. Hi :)

    das soll auch mein nächstes Buch werden, wenn ich mit Sebastian Fitzek seinem neusten Werk fertig bin. Also so am WE :)

    Ich bin schon wirklich gespannt. Vor lauter Neugierde habe ich schonmal reingelesen und den ersten Brief mir angeschaut. Also das fand ich schon sehr berührend.

    DIe Autorin ist auch echt cool. Habe mit ihr mal bei Facebook paar Worte geschrieben und glaube, sie ist Jemand, mit dem man sich gut unterhalten kann.

    Übrigens find ich deinen Blog echt toll. War bestimmt nicht mein letzter Besuch hier.

    Liebe Grüße
    Martin
    buchwellenreiter.blogspot.de

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  2. Sowas höre ich natürlich gerne! :)
    Ja mir erging es bei den ersten Briefen genauso. Die Autorin hat es wirklich von Beginn an geschafft mich damit in den Bann zu ziehen..

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